Eingetragene Partnerschaft & Gleichgeschlechtliche Ehe

Eingetragene Partnerschaft -  Gleichgeschlechtliche Ehe
In einigen Ländern ist die gleichgeschlechtliche Ehe bereits legalisiert.

Doch in Deutschland ist das Thema leider immer noch mit diversen Vorurteilen und mit Bürokratie behaftet. Seit dem 1. August 2001 können schwule und lesbische Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Bisher haben 23.000 gleichgeschlechtliche Paare diesen Schritt gewagt. Seit 2012 sind die entsprechenden Standesämter für eine Eheschließung und ebenfalls für eine eingetragene Partnerschaft zuständig. Obwohl das Verfahren bis hierher erst einmal gleich klingt, sind eingetragene Lebenspartnerschaften der klassischen Ehe in Deutschland noch nicht vollkommen gleichgestellt.

Vorerst ist zu erwähnen, dass es Unterschiede bezüglich der Altersgrenze gibt. Homosexuelle Paare können eine eingetragene Partnerschaft eingehen, wenn sie volljährig sind. Volljährig ist man in Deutschland mit 18 Jahren. Eine Ehe kann wiederum schon mit 16 Jahren geschlossen werden. Dazu benötigen die Beteiligten allerdings die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten und eine gerichtliche Genehmigung.

Der Wunsch nach einem eigenen Kind
Hochzeitsreportagen im Standesamt Im Laufe einer langjährigen Beziehung entsteht oft der Wunsch nach einem eigenen Kind. Dieses Verlangen verspüren sowohl homosexuelle, als auch heterosexuelle Paare. Diesbezüglich gibt es jedoch Unterschiede. Homosexuelle Paare haben nicht das Recht, gemeinsam ein Kind zu adoptieren. Das Adoptionsrecht kann nur einem Partner zugesprochen werden. Seit vorletztem Jahr besteht aber die Möglichkeit, die bereits vorhandenen Kinder des Partners zu adoptieren. Eine Stiefkindadoption ist auch dann möglich, wenn es sich nicht um das leibliche Kind des Partners handelt. Ebenso ist ein Neugeborenes innerhalb einer lesbisch eingetragenen Partnerschaft aus rechtlicher Sicht nicht automatisch das gemeinsame Kind.

Aber auch in finanziellen Belangen gibt es noch Differenzen. In der Vergangenheit kam es vermehrt vor, dass gleichgeschlechtliche Lebenspartner wie Singles behandelt wurden. Dies hatte steuerrechtlich die Folge, dass diese in Steuerklasse 1 eingestuft wurden. Steuerklasse 2 war nur in Ausnahmefällen möglich, wenn ein Partner auch Kinder zu erziehen hatte. Nur für Ehepaare gab es die bekannte Kombination aus Steuerklasse 3 und 5. Da sich viele gleichgeschlechtliche Paare finanziell benachteiligten fühlten und somit auch klagten, bekamen die meisten Paare recht. Ein Ehegattensplitting wurde ihnen dann auch ermöglicht.

Dank des Lebenspartnerschaftsgesetz, welches am 1. August 2001 in Kraft trat, ist die eingetragene Lebenspartnerschaft inzwischen weitestgehend an die Ehe angeglichen worden. Bis auf die oben genannten großen Unterschiede, gibt es jedoch vielmehr Gemeinsamkeiten.

Gestaltungsmöglichkeiten der Hochzeitszeremonie
So unterscheiden sich zum Beispiel die Gestaltungsmöglichkeiten der Hochzeitszeremonie als eingetragene Lebenspartner kaum noch von der einer Eheschließung. Auch homosexuelle Paare haben die Möglichkeit einer freien Trauung. Diese wird immer ganz individuell und sehr persönlich abgehalten. Auch den Segen Gottes können Sie sich bereits in vielen Kirchen einholen. In katholischen Kirchen sind gleichgeschlechtliche Paare zwar immer noch eine Ausnahme, aber evangelische Kirchen sind dahingehend offener.
Gleichgestellt sind eingetragene Lebenspartnerschaften aber auch in Belangen wie zum Beispiel der Kranken- und Pflegeversicherung, der Rentenversicherung (Hinterbliebenenrente), dem Güterrecht und dem Erbrecht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die veränderte Gesetzesgebung der vergangenen Jahre schon positiv auf die Rechte der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgewirkt hat. Einiges ist deutlich einfacher geworden. Im Vergleich zu anderen Ländern, wie zum Beispiel USA, hat Deutschland aber immer noch ein Nachsehen.